Kinderbibliothek

 

In enger Absprache mit den Bibltiothekar:innen wurde für die Kinderabteilung der Kantonsbibliothek Thurgau ein Raumkonzept und eine Möblierung entwickelt. Mittig wird der Raum freigeräumt, damit ein Platz entsteht, wo die Kinder sich breit machen, sich Eltern auf einen Schwatz treffen können und der Kinderwagen Platz hat. Zudem finden dort, mitten zwischen dem Freihandangebot, auch Veranstaltungen statt – abgetrennt durch einen Vorhang. Neben dem Platz entstehen Nischen und fast schon Gänge und zwei kleine Räume für all jene, die Ruhe suchen zum Vorlesen oder auch zum Stillen des Babys. Der Vorhang hilft, die Kinderbibliothek unterschiedlich zu gliedern, sie ist im Handumdrehen wandelbar.

 

Diese räumliche Veränderbarkeit wird durch die neue Möbelfamilie – Sitzbank mit und ohne Lehnen, Holzhocker, Sitzpolster, Polsterhocker und Schreibtisch – unterstützt. Die Dimensionen der Möbel sind nicht strikt auf eine Altersgruppe oder auf eine Nutzung ausgelegt und lassen einen vielfältigen und spielerischen Umgang zu. 

 

Fotos: st. das

Historischer Bestand

 

Aus einer knapp vier Meter langen und gepolsterten Sitzbank wachsen Vitrinen inklusive Beleuchtung und eine demontierbare Ablagefläche – an deren Leerstelle kann eine Hörstation platziert werden. Die Einschübe werden im Regal platziert, einer inkl. Bildschirm für interaktive Inhalte. Das Möbel steht im ersten Geschoss der sorgfältig renovierten Kantonsbibliothek in Frauenfeld: Mit ihm vermitteln die Bibliothekar:innen mit kleinen Sonderausstellungen die im Archiv schlummernden Schätze.

 

Das lasierte Möbel – aus einem Thurgauer Eschen-Stamm geschreinert – lässt den Kurator:innen viele Freiheiten und funktioniert auch ohne Masse an Inhalt; die Wissenschafter:innen können damit spielen. Durch diese Flexibilität soll es auch ein nachhaltiges Möbel sein, weil es sich ändernden Ansprüchen anpassen kann und Teil der Bibliotheksarchitektur wird. Auch die von BIV-Grafik entwickelten grafischen Elemente setzen auf Flexibilität, eine einfache Handhabung und reale Kosten.

 

Fotos: st. das

«Kyburg-Kunst am Weg – Sieben malerische Blicke aufs Schloss»

Die Kyburg war schon vor der Erfindung der Fotografie und des Selfie-Tourismus ein beliebtes Sujet. Auf dem Schloss finden sich Zeuginnen aus dieser Zeit vom 18. bis 20. Jahrhundert: Gemälde von Kunstschaffenden, die mit ihrer Staffelei losgezogen sind und das Plätzchen mit dem ihrer Ansicht nach schönsten Ausblick auf die Kyburg aufstöberten. Im Zuge der Neugestaltung der Dauerausstellung verlagert sich die Ausstellung nun auch in die Landschaft, nämlich an jene sieben Orte, wo die Bilder entstanden sind. Auf metallenen Staffeleien finden sich eine Reproduktion des jeweiligen Gemäldes in Originalgrösse und auf einem weiteren Layer ein kurzer erklärender Text. Die Grafik stammt von TGG. Der gesamte Rundgang dauert gut vier Stunden und kann natürlich auch in Etappen abgelaufen werden; unter folgendem Link ist die Wegbeschreibung zu finden: https://www.kyburgbilder.ch/PDF/kyburgkunstamweg.pdf.

Fotos: Kilian Mösli

Guter Stoff. Kollektion Textilmuseum (permanente Ausstellung)

 

Mittelfristig soll das Textilmuseum St.Gallen vom Architekten Christian Kerez spektakulär unter der Erde erweitert werden. Bis es soweit ist, steht dem Publikum im 2. Obergeschoss ein neue permanente Ausstellung zur Verfügung: In drei Räumen präsentiert sich die Sammlung des Museums abwechslungsreich unter drei Aspekten: Zum einen wird das Textil in seiner Rolle als Lebensbegleiter untersucht. Im mittleren Raum wird der kreative Prozess hinter den Sammlungsobjekten beleuchtet. Und als Abschluss (oder Start) steht der textilhistorische Kontext im Mittelpunkt. Jeder der drei Räume hat eine eigene szenografische Atmosphäre, die das Thema aufnimmt.

 

Vorhandende Acrylglashauben und Holzwände, sowie für eine vorgängige Ausstellung konzipierte Kostümvitrinen wurden in das Gestaltungskonzept eingebunden. Die changierende Farbgebung von Wänden, Decke und Möbeln, das Design der Möbel und die Ausstellungsgrafik  bilden eine Klammer und fassen die vielfältige Kollektion des Textilmuseums ein. Die viersprachigen Raum- und Modultexte sind im Raum sichtbar, alle weiteren Informationen sowie weiterführende Fotos werden mittels grosser Screens vermittelt. Dank einer Datenbanklösung sind diese Informationen ergänzbar und der Austausch von Objekten und eine Anpassung der Ausstellung fällt leicht. Die grafische Gestaltung wurde vom Büro TGG konzipiert.

 

Foto: st. das

Stadtkaserne Frauenfeld

 

Im Jahr 2023 soll die Armee aus der Stadtkaserne Frauenfeld ausziehen. Ein riesiges Gebäude steht bald der zivilen Bevölkerung zur Verfügung. Aus diesem Grund entstehen eine Ausstellung und in naher Zukunft auch ein Buch: Die Ausstellung umzingelt die Kaserne, beleuchtet deren Geschichte und die nähere Umgebung, schaut hinein. Das Buch hingegen schaut aus der Kaserne hinaus in die Stadt und forscht in der Sozialgeschichte dieses bis anhin abschreckenden Meteorits weiter. Die Gestaltung der Ausstellungselemente referenziert zum einen auf die bei Übungen im öffentlichen (und zivilen) Raum sichtbaren Schalons (Militärwegweiser) und nimmt zudem mit einem grossen Abstraktionsgrad den Faden zum Inhalt auf. Für kommende Ausstellungen im Zusammenhang mit der Kaserne, könnten, falls nötig, die Träger mit neuen Inhalten bespielt werden. Die Freundlichkeit der Ausstellungsmöbel durchdringt auch die grafische Gestaltung, die ein integraler Bestandteil der Szenografie ist – beides wurde parallel und in grosser Abhängigkeit voneinaner entwickelt.

 

Fotos: st. das